Brief 07/10
12.12.2010

(c) ÖstererreichNoch nie in der Geschichte der Österreichischen Presse ging ein Herausgeber und Chefredakteur so schonungslos mit seinem eigenen Medium ins Gericht. Das sind die klaren Worte, die vielerorts fehlen, die mündige Bürger erwarten, ein mea culpa dem auch rasch und entschieden Taten folgen sollen. Wir erwarten diese dramatische Wende im Herbst 2011.
Dem guten Manne geht nämlich das Geld aus, der 50-Millionen-Startkredit den ihm die Investoren für 5 Jahre zugesichert haben wird fällig. — Höchst an der Zeit Bilanz zu ziehen und sich neu zu orientieren.

Nach dem viel zu frühen und völlig unerwarten Ableben des alten Mannes der Krone, liegen auch dort die finanziellen Nerven blank. Der bisher geneigte Leser vermisst eine gewisse Linie, und das öffnet Tür und Tor für die kreative Idee nur noch “Gratiszeitungen” für die Reinigungskräfte der Wiener Linien zu produzieren. Der Standort Österreich braucht nun mal Arbeitsplätze.

(c) Die PresseDa ja sonst nix in der Welt passiert war dem Medium “Österreich” ganze 4 Tage lang das neue “Werbe-Video der Wiener Linien” (Zitat eines Mitarbeiters) je eine Doppelseite wert. “Der Skandal”, “die Wahrheit”, die “ganze Wahrheit” und heute noch “Wir filmten den Sex in der U-Bahn”. Die gestrige Ausgabe hat uns gnadenhalber knapp verfehlt.

(c) Die PresseEs hat halt auch mit unseren Bedüfnissen zu tun und mit dem Bedüfnis diese Bedüfnisse schnell zu befriedigen. Und dabei scheint uns jedes Mittel recht. Geduld, Konzentration und Hingabe gehört nun mal nicht mehr zu unseren Stärken. Das ist schade so, gerade in Zeiten in denen P.I.S.A ihr Unwesen treibt und unsere Kinder kollektiv der Ignoranz und Unwilligkeit bezichtigt. Vieles ist anders geworden seit dem 19Jh. aus dem unser gegenwärtiges Bildungssystem stammt. (c) selbstdarstellungWas hindert unsere Lehrergewerkschafter eigentlich daran ihre leicht verdiente, unverdient fette Pension zu nehmen und endlich ihre, Gosch'n zu halten. – Es kann sich nur um eine Form der Rache handeln, für das, was dem armen kleinen Fritzi Neugebauer in seiner Schulzeit zugestoßen ist. Für immer traumatisiertdarf darf er, abgesegnet von den höchsten Gremien, sein unheilvolles Wesen teiben.

(c) Die Presse

(c) Pammesberger Kurier(c) ÖsterreichUnd da wären wir wieder bei den Medien unserer Zeit. Einem gewissen Julian Assange versucht die ganze Welt derzeit den Prozess zu machen. Sein Verbrechen: Die Veröffentlichung von Dokumenten, deren Eigentümer zu blöd waren sie dauerhaft zu sichern.Media literacy (Medienbildung)” nennt die  Kommunikationswissenschaft, die Fähigkeit mit den Regeln des konsumierten oder produzierten Medium umzugehen, das wir gerde verwenden. In die diplomatischen Akademien dieser Welt haben diese Erkenntnisse wohl noch nicht Einzug gehalten. Sie träumen noch von Kurieren und ihrem  Diplomatengepäck, das ungelesen jeden Genzbalken überwindet . Die zeitweilige Sperre von Überweisunen durch Mastercard/Visa oder PayPal oder die Löschung von Domainnamen hindert diese Leute nicht, ihre Inhalte zu verbreiten. Auf einer blockierten Domain abrufbare Inhalte tauchten unvermutet an anderer Stelle wieder auf. Die Zensoren müssen eingestehen, dass sie keine Ahnung haben wie Internet funktioniert. Es war ein Projekt des US-Verteidigungsminisiteritums zu Schaffung einer redundanten Server und Netzwerkinfrastruktur. Dieses Projekt war erfolgreich und richtet sich nun gegen ihre Erfinder.
So ein Pech auch!

LG Euer B.