Brief 04/09
21.06.2009

Die EU-Wahl ist geschlagen. Die Parteien meist angeschlagen. Da sie diese Wahl aber, in totaler Themenverfehlung, als eine nationale geführt haben, sind sie von den Ergebnissen tief getroffen. Daher sind sie, wie alle Leitmedien des Landes auch schön eifrig dabei, die echt falschen Schlussfolgerungen daraus zu (c) Heuteziehen. — Wie schön!

Die ÖVP etwa, die glaubt 110.000 Vorzugsstimmen für ihren Listenzweiten (in Wien sogar stolze 38,8 % ihrer Wähler) ignorieren zu dürfen, um nicht längst verteilte Felle im nachhinein zurückfordern zu müssen. Man muss halt: “Ja und Aber” sagen, statt immer nur: “Gosch'n halten und Beten” und schon klapp's auch bei den Wahlen.


Bravo Burschen! — weiter so. Ihr seid auf dem besten Weg ein lokales niederösterreichisches Phänomen zu werden, wie halt dieses BZÖ in Kärnten eines ist.

(c) Kurier

Wen wundert's, wenn das bekannt unauffällige Demokratieverständnis des Österreichers nur noch den ultimativen Todesstoß braucht und manch ein kleinformatiger Leserbrief- schreiber sich in trendigen Studien mutig outet. Aber allen Ernstes: Wie kommen wir dazu, unsere Politik, Sport, Wirtschaft, Religion und Medien weltweit dem Harnsäurespiegel einer durchgeknallten Riege alter Männern anzupassen.

(c) B.

Dem von Hans Dichand zum Beispiel. Wenn der seinen Hund krault, scheißt dieser jedesmal auf eine andere Partei. Diesmal hat's halt die die ÖVP und die beiden Prölls erwischt, die ihr Glück kaum in Interviews pressen können. Der Alte soll Bundespräsident, der Junge Kanzler werden und der Fayman soll sich schleichen, so lies er kürzlich texten. Und das ist so ganz ohne Brief gegangen, wenn wir den Gerüchten glauben dürfen. Dem unschlagbaren Duo Ecclestone / Mosly hingegen verdanken wir das Ende der Formel 1.

(c)DerStandard(c) News Andere alte Männer hingegen haben andere Drogen. Niedliche Kindergesichter lösen bei Frauen nur dann Glücksgefühle aus, wenn ihre Babies wenige Monaten alt sind. Männern finden ihre weiblichen Babies erst in weiter fortgeschrittenem Alter zum Knuddeln, was aber die Qualität der ausgeschütteten Glücks- hormone in keinster Weise schmälert. Das Verständnis der Frauen für die Situation ihrer Männer, lässt dann ähnlich zu wünschen übrig, wie die emotionalen Ausbrüche der Frauen für die Neugeborenen bei ihren Männern. Dabei sind beide Reaktionen ganz natürliche, rein biologische Phänomene, und es ist uns unvertändlich, wie so etwas immer wieder zu den gewaltigsten Konflikten eskalieren kann.(c) Die Presse

Ursprünglich hatten wir ja alle vermutet, hinter dieser ganzen peinlichen Sache mit der Sex- Hotline von Hillary Clinton im US- Außenministerium stecke ihr (um)triebiger Mann Bill Clinton.

Recherchen des Geheimdienstes ergaben jedoch die erschreckende Internationalität dieses Skandals. Der stark unterforderte noch Ehemann der Britischen Innen- ministerin Smith hatte seiner Kreativität freien Lauf gelassen. Smith musste nun u.a. deshalb zurücktreten, weil sie Pornovideos ihres Mannes als Spesen abrechnete und damit den größten Spesenskandal der Britischen Regierung unter Gordon Brown ausgelöst hatte. (c) Die Presse Wenige Wochen zuvor hatte auch schon der Paralamentspräsident Michael Martin seinen unfreiwilligen Rücktritt erklärt.
“Die spinnen die Briten!” (Obelix).

Die modere Verhaltensforschung erklärt nun den Untergang des Britischen Empire als Fakt und führen dafür den Untergang der Titanic als Beleg an. Hoffnungsfrohe EU-Bürokraten frohlocken ob der Prognose, diese insulanischen Querulanten endlich in Schranken zu weisen.

 

LG Euer B.