Brief 04/07
24.09.2007

Der Hans Dichand war's nicht, der da mitsamt seiner “Krone” die Enge dieses Planeten hinter sich gelassen hat und auch nicht der Wolfgang Fellner, mitsamt seiner begnadeten Tageszeitung “Österreich”, welche die gleichnamige Wortbildmarke nur knapp über die Runden rettete, auch nicht “Die Briefe” sondern die Printausgabe unserer Schwesterzeitschrift im Geiste, die “Weekly World News”, die unter anderem Elvis aufspührte und das Paradies inklusive Apfel fand, wurde eingestellt. — Wir trauern in aller Ehrfurcht.

(c) Die PresseNun ja, eine Entführung ist eine schwache Erklärung dafür, warum wir mit unseren Briefen wieder einmal schwer im Rückstand sind, zumal es diesmal nicht den Taliban und auch nicht der Al Kaida anzulasten ist.

Jetzt haben wir es getan: Eine legitime Methode die Zugriffszahlen auf der eigenen Website zu erhöhen ist, die richtigen Schüsselworte zu verwenden, sodass möglichst alle Geheimdienste darauf zugreifen.
Feine Sache!

Doch es war nun mal ein passabler Sommer und so waren wir mehr mit dem Leben an sich als mit dem Beschreiben eines solchen ausgelastet. Now we are back und die Tage nehmen ihren gewohnt kürzer werdenden Lauf. — Wir sind im österreichischen Herbst angelangt, historisch unbelastet, denn auch der deutsche Herbst feiert heuer sein 30 Jährigies Jubiläum. Wir (c) Kurierdelektieren uns an den Aussagen des BAWAG - Prozesses (was dabei so alles von Interesse ist), sehen wie dieser im Sand verläuft und langsam durch unsere Eieruhr rieselt. Aber auch sonst freuen wir uns auf einen recht bunten, spannenden Medienherbst.

(c) Die PresseElvis hat seinen 30 Todestag locker überlebt — so wie wir das alle erwartet haben — und nun kann es in die nächste 70 Jahre gehen. Als Toter lebt es sich doch noch immer am besten, nicht nur in Österreich.

Und überhaupt Elvis! Da gibt es noch immer hundertausende mehr oder minder begabte Doubles aber auch Highlights wie jenen finnischen Literaturprofessor, der es sich nicht nehmen lässt, Evis Songs auf lateinisch aufzunehmen, was wir wiederum ganz schön cool finden.

Joe Zawinul hat auch das Zeitliche gesegnet, was wir hier in Wien ganz besonders betrauern. Die Musikstadt wirkt seltsam still und wird sich wohl erst mit dem anschwellenden Chor der Fußballfans zur EM 2008 aus ihrer Lethargie reißen lassen. Nun leben wir leider in der kontaminierten Fanzone und auch ein Schnelltripp an den Wörthersee wird da keine Abhilfe schaffen, denn der Wahnsinn ist in Klagenfurt auf ebenso fruchbaren Boden gefallen. Es bleiben uns also nur noch:

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um uns wirklich in Sicherheit zu bringen, einen ausreichend extensiven Urlaub zu planen und in dieser Zeit einfach die Bude dicht zu machen. Es gibt ja auch andere Themen, denen wir uns widmen können.

(c) Die Krone(c) Die Krone Europa ist auch ohne EM-2008 in! Nein, nicht bei so manchen unserer strammen Bundes- oder Landes- politiker, sondern bei den — in steigender Anzahl, anklopfenden Flüchtlingen — die täglich die Kanaren oder Sizilien erreichen wollen.

Kommt aber auch darauf an, was sie in und von der EU erwarten. Denn wenn sie nicht aufpassen, kann so eine europäische Staats- bürgerschaft so gar nicht in das erträumte eigene Lebenskonzept passen. So soll es hierzulande durchaus vorkommen, dass es einen nach Jahren plötzlich ereilt, nur weil einer — nicht einmal zu seinem Vergnügen — einmal ausgeholfen hat.

Die Materie der eingetragenen Partnerschaften ist noch neu und längst nicht in allen Fasetten unseres komplexen Alltagslebens ausjudiziert. Dazu kommt, dass Dummheit ist eben teuer ist und Mann hat nun einmal aufzupassen, auf seine Säfte. Aber speziell dann, wenn einer seine Fertilität gerne weit streuen möchte, wird es schnell richtig unbezahlbar bei 100 geplanten Kindern. Da hat so ein Bewerber schon viel Kohle, pardon Öl mitzubringen, sonst hat er den H.C. Strache am Hals, der von so Einem vehement warnt in seinen Reden. Aber was soll's. Auch wir bedienen nur unsere Klientel, jene Menschen eben, die solch abstruses Zeugs von kranken Gehirnen gerne lesen wollen. Es gibt für alles einen Markt!  Euer B.