Brief 05/07
19.12.2007

Eine Koalition in vielen Streichen. — Sehr frei nach (nicht George) W. Busch.

(c) www.austria.gv.at Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Alf und Willi hießen.

Im Grunde ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn sie sich in der Regierung streiten. Der Gehaltszettel gibt ihnen das Gefühl wichtig und fleissig zu sein, das Spesenkonto deckt die notwendigsten Auslagen und die spärlich dem Wähler deklarierten Nebenjobs ermöglichen dem ausgewählten Mandatar einen hauchdünnen Film Butter aufs Brot.

Eigentlich erwartet der wache Bürger ja auch nicht, dass hier gearbeitet wird und zahlt Steuern für alles was er nicht steuern kann oder will. Solange diese Leute nur mit sich selbst und untereinander beschäftigt sind, kommen sie wenigsten auf keine dummen Gedanken und der Bürger kann in Ruhe seine eigenen Projekte vorantreiben. Mehr Selbstbestimmung kann und darf man in einer Demokratie nicht erwarten.

(c) Pammesberger KurierDann plötzlich wird in knappen drei Tagen alles im Block beschlossen und damit Fakten geschaffen, welche die Höchstgerichte bis Oktober 2008 wieder alle aufheben müssen, da solcher Gesetzespfusch auf keine Saurierhaut geht. So versteht der aufmerksame Bürger gar nicht, was alle hierzulande gegen diese EU Verfassung haben, da selbige, wie die österreichische auch, sowieso von allen ignoriert werden wird. Also nicht nur vom Karawankenkasperl, der sich ständig die Ortstafelfrage stellt, aber nie beantwortet haben will. Auch im Pflegefalle wird so vorsätzlich so ein Gesetz gepfuscht, weil sowieso jeder Vernunftbegabte für Straffreiheit des gegebenen rechtlosen Zustandes ist. Die jetzt beschlossene Regelung bewirkt nur Angst bei den Betroffenen und Schadenfreude beim Nachbarn, von dem das Ganze zur Anzeige gebracht wurde, wie wir neulich lesen mussten. Wahrscheinlich will man nahtlos an den unglaublichen Erfolg des unsäglichen Haushalts-Leistungsschecks, der dem Heer von illegalen Putzperlen Herr werden sollte und stattdessen einigen Ehefrauen zu einer Billigpension verholfen hat.

(c) Kurier(c) KurierBei der Herbergssuche zeigt uns dieses Land heuer gleich zweifach seine hässliche Fratze.

Da wird ein Kind nach Jahren einfach abgeschoben, weil es sich zu gut integriert hatte. Wir können hier solche Leute einfach nicht gebrauchen. Wie sollen wir da: "Scheiss Ausländer" schimpfen! Da entziehen wir nur der FPÖ ihre Existenzberechtigung und bringen unsere junge, zarte, konsensuale, Demokratie ins Wanken. Die Lücke die diese Partei hinterlassen wird füllt diese vollständig aus.

Weitaus härter triff der Rauswurf der Grassers aus ihrem Kitzbühler Bauernhaus diese. Hier stehen wirklich Existenzen auf dem Spiel und da sollten wir schnell bei "Licht ins Dunkel" dafür sorgen, dass die ärgsten sozialen Härten abgefedert werden. Na, Ja! Vielleicht doch nicht allzuviel Licht zu diesen Geflechten bringen, die sich im Dunkel doch so gut eingerichtet haben. Immerhin haben Tiroler noch einen Standpunkt und der mag uns mal passen oder nicht. Nachdem in diesem Jahr auch schnell klar wurde, dass die Eurofighter uns nicht dabei helfen sollten diesen ungeliebten EURO los zu werden, sondern wirkliche Feinde zu bekämpfen, wollten wir plötzlich auch dieses grandiose Flugzeug nicht mehr haben. Auch nicht für unglaublich viel Geld.

(c) DerStandardDafür haben wir uns einen schicken Bundestrojaner zugelegt, der uns allen überall und jederzeit zur Seite steht, die Vorratsdatenspeicherung die gewährleistet, dass wir unsere IP Adressen und Telefonnummern nicht vergessen und die Handyortung, damit wir immer wiedergefunden werden, wenn wir uns am Berg oder im Internet verirrt haben. Und wenn doch, müssen wir das halt in professionelle Hände geben und uns halt kräftig-liebevoll einen "runtergoogeln". LG Euer B.

Kurz, im ganzen Ort herum ging ein freudiges Gebrumm: "Gott sei Dank! Nun ist's vorbei mit der Übeltäterei!" (Zumindest für 2007) Und die Moral von der Geschicht? Schlicht ergreifend: "Die gibt es nicht!"