freud
Nicht das ich mich erinnern könnte je etwas verdrängt zu haben” kommt gerade passend für das laufende Sigmund-Freud-Jahr und eine alles erklärende Studie ist auch recht schnell aus dem Hut gezaubert. — Manche Leute liefern einfach Studien zu allem. — Demnach leiden allein (nicht in Gesellschaft) in Österreich rund 100.000 Menschen an Demenz, also Hirnleistungsstörungen, wie etwa Alzheimer. Pro Jahr kommen 20.000 Fälle dazu, sagt die Studie. Demnach waren im Jahr 2000 noch keine Demenzen vorhanden, oder hab ich da was vergessen?
Während so eine Privatdemenz, so schicksalhaft und tragisch sie auch ist, uns mit den besten Hollywood-Schinken entschädigt, haben wir uns an politische Demenz als Alltagsphänomen so sehr gewöhnt, dass sie unserer Wahrnehmungsschwelle längst entkommen ist.
Vergessen andererer Art hat der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), nämlich das Service an seinen Mitgliedern. Stattdesssen wird gezockt auf Teufel komm raus.
Und da man das als Verein nicht kann, ist schnell mal eine kleine Briefkastenfirma für die Abwicklung schmutziger Geschäfte in Luxenburg gegründet. Dass der ÖGB eine Bank (BAWAG) besitzt, ist schon mal ein Kuriosum an sich, doch deren Aufsichtsrat mit Dildos der eigenen Fraktion zu Beschicken zeigt ganz krass die Ahnungslosigkeit dieser Hobbyspekulanten. Damit das funktioniert, wird zuerst der gutmütigste und schwächlichste an die Spitze gehievt, und dann im Bedarfsfall von seinem Penthausbalkon gestürtzt. — Pfui Deibel! (oder Freudschaft, Genosse Verzetnitsch, wie das so schön in Neusprech heisst).
verzetnitsch
An sich, ist das Prinzip den größten Krautkopf an die Spitze zu wählen, eine Domain der bündisch organisierten Volkspartei (ÖVP). Der Kopf kann sich auf Subsidiarität herausreden und der Rest auf Wien / Brüssel schimpfen. Da sag einer, die Sozialisten sind nicht lernfähig. Die Bundespartei macht da noch eine Ausnahme. Der rechte Kopf ist schon da, doch der Rumpf hat das noch nicht begriffen. — Irgendwie schade.
mann im ohr
Wir werden langsam neugierig! Während im Jahr 2000 noch der Kampf der kleinen Männer im Ohr (Spin-Doktoren) tobte, haben im heißen Herbst 2006, so scheint es, die hausbackene Rezepte die etabliertre politische Tafel erobert. Der in diesem Lande weilende Mensch, sofern nicht in Schubhaft rechtlos oder entmündigt, kann wählen: die bisherige gewendete Ergebnislosigkeit, eine runzlige Orange, einen Rotkohlkopf, einen “HEIL!”-igen, einen alten, grünen Kohlkopf oder einen allimannischen Querulaten, der dem senilen alten Dichand (Kronen-Zeitung) nun als der Messias der österreichischen Seele erscheint, wobei wir bei einem eindrucksvollem Beispiel angekommen sind, was passiert, wenn einer sich nicht rechtzeitig auf sein Altenteil zurückzieht.
schilder
antquariat
auto
pension
Bei uns steigt nämlich das Pensionsantrittsalter. Ein ausgehungerter ÖGB wird hier keinen größeren Widerstand mehr leisten. Ein Präsident Hundsdorfer, in seiner sprichwörtlichen Ergebenheit ist eben dem Katzler sooooowas von dankbar, dass spätestens jetzt das nächste Debakel programmiert scheint. Nicht nur, dass unsere Generation keine Pension mehr bekommt, werden wir noch bis zum sozialverträglichen Ableben in die Pflicht genommen. Vielleicht ist der (alt)europäische Mensch hier etwas verweichlicht. Arbeiten ist in der Regel gesund. Das fehlen eines solchen Lebensinhalts macht krank, doch nicht immer ist das so medienwirksam wie hier umgesetzt. Ein Streitpunkt, sicherlich! Wenn z.b. NOKIA jetzt — mit der Begründung, sie seien ein junges Unternehmen — schon Menschen mit 35 abfertigt, steuern wir auf eine Generation von Sozialhilfeempfängern zu. OK! — Nach uns die Sündflut!
Und so beenden wir wieder unsere essentiellen Betrachtung der Daseinsformen und freuen uns tierisch auf:
hirschkuh

LG euer B.
ziege
panda