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November ist es in Wien und wir wollen, wie jedes Jahr, etwas furchtbar morbides zur Zeitenchronik beitragen. Doch leider, außer der Totgeburt einer großen Koalition können wir heute nichts derartiges zur allgemeinen Stimmung beisteuern. Na, ja doch! Vor genau einem Monat hatten wir Nationalratswahlen. Aus dem Tag für die Schwarzen (ÖVP) ist "am Ende des Tages" ein schwarzer Tag geworden. Der beste Kanzler von allen und nunmehr intrimistischer Geschäftsführer der Republik Österreich regrediert nun in seinem Kindergarten vor sich hin und so wird verzweifelt auf den neuen Chefverhandler gewartetet, der den verfahrenen Karren mit Bravour aus dem Dreck ziehen wird. Immerhin ist er offiziell ein Linker und an Sturheit unübertroffen. Doch der steigt aus Angst in kein Flugzeug und fährt nur im eigenen gepanzerten Zug durch die Welt, sodass seine Anreise — quer durch China und die ehemaligen Sowjetrepubliken, mit mehrmaligem Wechsel der Bahnspurbreite von1435 mm (2 Pferdeärsche) auf 1524 mm, was wahrscheinlich die Breite von zwei russischen Pferdeärschen ist, wieder zurück auf unsere bewährte Normalspur — wohl noch bis Anfang des nächsten Jahres dauert. Bis dahin gedeihliche Untätigkeit. Das Parlament ist ja gewählt und wie man sieht braucht es gar keine Regierung zum Arbeiten. So pflegte der Kabarettist Karl Farkasch bei solcher Gelegenheit immer zu sagen: “Jetzt haben wir schon wieder eine neue Regierung — wo wir doch die alte kaum gebraucht haben.
Der Planet Pluto ist uns abhanden gekommen, was für reichlich Irritation sorgt. Am wenigsten kümmert es erstaunlicherweise die Astrologen, die machen ja schon seit jeher das, was ihnen in den Kram passt. Es sind die ernsten Wisssenschaftler die hier herumzicken und sogar zu Demonstrationen gegen seine Herabstufung zum Zwergplaneten aufgerufen haben. Und auch so mancher Bürger tut sich schwer. So ist das demonstrative ÖCV Mitglied, das in unserem Stammkaffee immer quer durchs Lokal in sein Handy brüllt: “Ja ich bin's der Pluto — Grüß Dich! — Du! — sag doch dem Hildebrand, dass Ihn der Cicero anrufen wird — wegen der Sache, Du weisst schon!” zuletzt schon ganz kleinlaut geworden. Wie auch immer, Pluto, der Hund von Micky Maus erfreut sich bester Gesundheit. (Planet Pluto: 1930 bis 2006 - Er ruhe in Frieden!)
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Oder doch nicht gedeihliche Untätigkeit? Ein allemannischer Querulat — nein, nicht der Hans-Peter Martin, der Andere — will seine Wartezeit auf den Job in der Privatwirtschaft durch eine weitere Rennstrecke auf der Tauernautobahn lindern und gibt kräftig Gas. Nachdem die ersten Tests nicht die erhofften Resultate brachten, geht es nun in ein neues High- Speed Abenteuer. Vielleicht hat es ja sein Gutes, wenn er just die Zufahrt zu jener Brücke in Oberkärnten wählt, die vor wenigen Wochen wegen starker Deformierung gesperrt werden musste. Ein Anlauf mit 160 km/h, eine kleine Sprungschanze und die Autos hüpfen nur so auf die andere Seite. Den Verkehrsteilnehmern wäre geholfen und die entstaatlichte Asfinag (wo sein Parteifreund Reichhold nun werkt) erspart sich 'zig Millionen an Sanierungskosten.
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Das ist schon ein Pech so was. Wird hier die Lebensversicherung wegen groben Unfugs nicht ausgezahlt? Es lässt uns erahnen wieviele unserer Vorfahren einst unter so ähnlichen Umständen zu Tode gekommen sind. Und damals hat man sicher sowas, wie “Strafe Gottes” oder ähnliches gemurrt.
Das so manches Geld in den Wind geblasen wird sind wir hier ja schon gewohnt. In den USA jedoch glaubt man allen ernstes, der Verpflichtung zur Reduktion der Treibhausgase mit einer kleinen staatlichen Subvention entkommen zu können. Das Schema ist immer gleich: Schnell ist ein Schuldiger gefunden, am besten einer, auf den Menschenrecht bzw. die US Gesetzgebung nicht anwendbar ist und nun sind halt die Hühner dran. Die werden, vollgepumt mit antiflatulierenden Medikamenten, wenn sie dereinst geschlachtet und ihm Kühlregal auf den nächsten umweltbewusten Konsumenten warten, mit dem Qualitätssiegel "Klimageprüft" versehen. Auch ein Geschäft, das sich neben Waffen und Öl ganz gut anlässt.
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LG euer B.