“Für das Ohr züchtiger Jungfrauen seien die Inhalte akademischer Vorlesungen an unseren Universitäten nicht geeignet.” Diese Meinung eines aufkeimenden Bürgertums ist gerade hundert Jahre alt geworden. Nun, es dürfte sich mittlerweile erledigt haben, denn 68% der InskribentInnen heimischer Universitäten sind Frauen. Gott lobe das Binnen “I” sonst wäre dieser Satz zumindest eine semantische Katastrophe.
Soweit gegendert können wir uns beruhigt wieder dem Bericht laufender Ereignisse zuwenden: Mit Trauer müssen wir allen Fans das Ende von webcat.tv verkünden. Ein Programm allein auf einen einzigen Shootingstar abzustellen rächt sich halt irgendwann, doch sehenden Auges gingen wir dieses Risiko gerne ein. Seit Anfang 1998 mit mehreren Pausen rund um die Uhr berichtete unsere Webcam gerne von den Besuchen unserer einzigen Lieblingskatze auf ihrem Lieblingssessel und mit einem gewissen Quant an Glück hat man sie dort auch angetroffen, wenn die Adresse angewählt wurde. Mit dem friedlichen Tod dieses begnadeten Katzentiers am 27.11.05 endet dieses Programm nun für immer. Wie alle guten Wesen werden wir sie vermissen und wünschen ihr für ihre nächste Inkarnation des Beste.
 

Den unleugbaren Fakten einer medial übertriebenen Panikmache Rechnung tragend, endet das vom Gesundheitsministerium verhängte KZ für Freilandhühner nun am 16.12.05 zumindest in Österreich.
Der Realität nun einmal ins Augen zu sehen, nur einfach unleugbaren Fakten Rechnung tragen, genau das scheint das Prinzip des Jahres 2005 gewesen zu sein. Die Vogelgrippe, in den Zeitungen die bevorzugt eskalierte Krankheit des Jahres: gestoppt an unseren Grenzen, knapp an einem Kanal, der glücklicherweise gerade noch im befreundeten Ungarn lag. Ganz anderer Art die Erkenntnis eines Bankdirektors, der sich endlich traute, die Selbstbedienungsfiliale nun auch offiziell als solche zu benennen.
 

Ja, bei der Angela, da ist sie weich geworden! Die deutschen Europäer konnten die beinharte Hardlinerin im US-Außenamt überzeugen. Doch erst ein paar Tage später, in Kiew, sprudelte diese äußerst subtil übertragene Überzeugung aus ihr heraus.

Ihrem Chef wird sie diesen Beitrag für den Weltfrieden aber erst verkaufen müssen: Zukünftig soll weltweit darauf verzichtet werden, bei den Verhören von irgendwie Verdächtigen, feindlichen Kämpfern und politischen Gefangenen ein Konterterfei von George W. Bush in den Verhörräumen aufzuhängen. Die ärgste Grausamkeit hat damit ein Ende. Über Details muss freilich noch verhandelt werden. Der zumindest ambitionierte zukünftige EU-Ratsvorsitzende scheint uns auf Grund seines besonders vertrauten Verhältnisses dazu wie kein zweiter in der Lage.
 
Wieder nicht gewählt in den ORF Publikumsrat wurde dieser Tage unser geschätzter Herr Dr. Michael P. Walter, Kurator des WIFI Österreich. Zumindest ersparte er uns diesmal peinlich vorausgefüllte Stimmzettel als Beilager zur Zeitschrift “Trainer”. Die Redaktion beglückwünscht ihn zu seinem glorreichen Untergang und wünscht ihm für zukünftige Unternehmungen bessere Argumente. Irgendwie traurig vielleicht auch, dass es Fälle gibt, wo auch “lebenslanges Lernen” halt einfach nix nutzt. Demokratiepolitisch ein Skandal ist so eine Wahl per Fax wohl auch, wo gerade mal 18% der Wahlberechtigten über ein solches verfügen. Für alle, die trotzdem mit dem Kopf durch die Wand wollen, hat die Stadt Wien in enger Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer in der Argentinierstraße eine geeignete Trainingsmöglichkeit geschaffen.
 

Zumindest haltet die Augen auf! Erbauliches,
wünscht euer B.