Brief 08/10
30.12.2010

(c) Spiegel Online

Larry King ist nach 25 Jahren als CNN Talkmaster kürzlich von der medialen Bühne abgetreten. Künftig wird der 77-Jährige nur mehr viermal pro Jahr zu großen Anlässen „Larry King Specials“ für den Sender machen. 40.000 Interviews, so die offizielle Angabe von CNN, machten ihn weltberühmt – Von Kermit dem Frosch bis Barak Obama waren alle gern seine Gäste, die er mit Respekt und Anstand behandelte, während er konsequent seine Fragen stellte.

Acht Ehen, fünf Kinder, zahlreiche Verhältnisse. King ist ist in achter Ehe mit der Sängerin und Schauspielerin Shawn Southwick-King verheiratet, obwohl ein langjähriges Verhältnis mit deren Schwester im Frühjahr 2010 beinahe zu einer weiteren Scheidung geführt hätte.

Wir hoffen, er bleibt uns künftig als kurzweiliger Talk-Gast erhalten.

Nicht wirklich viel wesentliches hingegen ist über die Männer, Frauen, Unternehmer / Unternehmerinnen Österreichs des Jahres bekannt, die da von den einschlägigen, einheimischen Wirtschaftsspalten der Medien jeweils zu Jahresende promotet werden. Über alle Jahre gemeinsam ist jedoch, dass es 96% Männer sind und ebenso, dass es 35% davon in den Folgejahren auf die Anklagebank geschafft haben oder kurz davor stehen, dieses Nicht-Ziel zu erreichen. Mit Sonja Kohn hält 2011 erstenmalig eine Frau die Pole-Position.

(c) Die PresseDoch es gibt nicht viel, das man mit genügend Abschlagzahlung nicht aus dieser Welt schaffen könnte. Die Opfer einer nicht gerade euphorisch angenommenen, aber doch liebevollen Erziehung in diversen katholischen Internaten und Bildungsanstalten erhalten Geld und dürfen sich durch diesen reversen Ablass (römische Gnade) entschädigt fühlen. Kein Wunder, dass die Herrn derzeit andere Prioritäten haben, als ein paar originelle Beiträge zur Wissenschaft des Lebens abzusondern.

(c) KurierEndlich weihnachtlicher Friede auch zwischen einem recht bekannten Ölkonzern und einer ebenso bekannten Weltmacht. Wir wollen doch alle nur wieder in Ruhe unsere Geschäfte machen.

(c) DerStandard

Östereichs Banken haben, nicht zuletzt an uns, im letzten Jahr blendend verdient. “Auf gut Deutsch, wir sind zum Gewinne machen verdammt”, meinte dazu der Bank-Austria-Chef Willibald Cernko im Kurier, (c) DerStandardwährend die Anzahl der Sozialhilfeempfänger sich hierzulande in den letzten 10 Jahren locker verdoppelt hat.

(c) Krone.atSo hat halt ein jeder sein eigenes Seelenheil geopfert um seinen Teil am Verdammnis der Gesellschaft in Würde zu tragen. — Das ist gelebte Solidarität.

Ja, neun Achter! Das ist geballte Energie! Kein Wunder, dass da einer nach dem anderen die Patsch'n streckt, wenn diese so unvermittelt auf ein ahnungslos unintegirertes Leben trifft. Sowas muss ein Mensch erst einmal aushalten. Und im Übrigen, die Erde dreht sich schneller als erwartet: Keine Schaltsekunde am Jahresende 2010 ein kleiner Sieg für uns, doch ein ganz großer für die gesamte Menschheit. Werden auch Sie Mitglied im Verein zur Verzögerung der Zeit.

LG Euer B.