Brief 02/12
19.07.2012

Endlich Sommer! Die Stadt ist angenehm leer geworden. Regierung und Parlament sind schon im Urlaub, bereiten sich darauf vor und/oder absolvieren noch schnell den einen oder anderen Gerichtstermin, bevor es endlich los gehen kann.

Die permanenten Rettungsschirme sind gepackt und ein jeder versichert noch eilig, dass sein/ihr Absprung von den Höhen des politischen Olymp sicher nicht notwendig werden würde. Die Lieblingsmedien werden mit ein paar tiefsinnigen Gedanke aus dem Urlaubsparadies belohnt – das war's dann.

Den Untersuchungsausschüssen gehen die Akten mangels zeitgerechter Lieferung aus. Die Parlamentslogistik ruht. Politiker, wie Personal zeigen, dass sie auch mal Mensch sein können.

Jetzt ist erst mal Ruhe im Land, bis Mitte August die ersten Sommergespräche starten und uns auf auf einen langen und düsteren Vorwahljahrherbst einstimmen.

(c) KurierDie letzten hier verbleibenden Scherzbolde lassen noch schnell die Highlights, die strategischen Wuchteln, ihres Handlungsspielplatzes durchscheinen und hoffen, dass nach dem Urlaub alles schnell vergessen ist. Dabei: Die Idee, Banken jetzt mit einer offiziellen staatlichen Lizenz zum Vertrieb von Glückspielen auszustatten, halten wir schlichtweg für genial! Keine völlig unnötigen Diskussionen mehr um die rechliche Entfechtung von Investment- und Kommerzbanken. Mehr als 200 Mio. Euro verzockt? Ein paar tausend wertlose Aktien angedreht? — Alles easy, alles im Auftrag der staatlichen Glücksspielmonopolverwaltung.

(c) DiePresseDabei könnte Politik beides sein, nützliche Arbeit am Gemeinwesen und ein riesen Spaß. In Kärnten überwiegt letzeres und der Spaß geht auf Kosten der Allgemeinheit. Wie lange lassen sich Kärntner und Kärntnerinnen das noch bieten. Die politische Unkultur hat ein Maß erreicht, bei dem fast die gesamte Elite sich vor Gericht die Türklinke in die Hand gibt um sich je nach Bedarf abzuputzen, zu schierglen, auszusitzen, sich drüber zu lächeln und auf die Andren zu schimpfen. Müssen wir daran erinnern, dass hier ein Landeshauptmann seinen Dienst versieht, den das Gericht nur deshalb für unschuldig hält, weil er die Gestze die er vollziehen soll nicht versteht?
Mit einem solchen Rechtsverständnis brauchen wir uns also nicht wundern, dass die historische Lösung der leidigen Ortstafelfrage durch solche Blödsinnigkeiten gar nicht mehr gewürdigt wird.
Eine davon ist sicherlich auch der Deal um die „Permanentmachung” des Klagenfurter Stadions. Nach den 2,5 Telekom Millionen, die in noch aufzuklärenden Kanälen versickert sind, werden jetzt frische 15,5 Millionen Euro nach Kärnten gepumt. Denn bei der letzten Milch- mädchenrechnung hat es sich halt ergeben, dass der Rückbau vom Land selbst zu berappen wäre, während es für den Fertigbau eben jene Bundesförderung gibt. — Aber über die Griechen schimpfen!

(c) KurierDoch auch in anderen Gegenden sind Schlaumeier und (c) KurierBlitzkneisser fröhlich am sommerlichen Werken. Haben Sie schon alles erlebt, Herausforderungen aller Art gemeistert und suchen Sie den ultimativen Kick? — Stellen Sie einmal Ihr Geschick auf einem Männerparkplatz unter Beweis!

Die Nummer mit dem Zahngold ist ebenfalls nicht neu, auch wenn sie gerade im Zusammenhang mit Nürnberg für  beängstigende Assoziationen sorgt. Rohstoff ist nun mal Rohstoff und der will ausgebeutet sein, zumal in einem Land, so arm an metallischen Bodenschätzen wie Deutschland.

LG Euer B.